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Vor den Kameras von Rügen-Campus debattierten auf Einladung des Lokalen Bündnisses für Familien sechs Exper­ten über Erziehung, Bildung und Betreuung.                                                                                                  OZ-Foto: TRI
Bündnis lud zu TV-Debatte
Sellin. Zu einer Podiumsdiskussi­on zur Familienfreundlichkeit auf Rügen hatte gestern das Lokale Bündnis für Familien in das Stu­dio von Rügen-Campus nach Sel­lin eingeladen. Anlässlich des bundesweiten Aktionstages hatte die Initiative sechs Experten ver­sammelt, um über Erziehung, Bil­dung und Betreuung zu sprechen. Das von Christine Wenmakers moderierte Gespräch strahlt der Lokalsender ab morgen für zwei Wochen aus.
Als Licht und Ton stimmten, der Einspielfilm aufgrund eines klei­nen Missverständnisses gleich ein zweites Mal gestartet werden musste, drehte sich das Gespräch um längere Öffnungszeiten in Kindertagesstätten. Sylveli Wald-ow vom Jugendamt machte in die­sem Zusammenhang auf die Pro­blematik einer zu langen Fremd­betreuung von Kindern aufmerk­sam. Zehn Stunden täglich sollten
nicht überschritten werden. Jörg Trömel von der Arbeiterwohlfahrt, die auf Rügen Kindereinrichtun­gen betreibt, brachte eine Koope­ration von mehreren Kindergärten ins Gespräch. Dann könne der Be­darf für eine längere Betreuung zusammengefasst werden. Für ei­ne einzelne Einrichtung seien län­ger Öffnungszeiten schwierig um­zusetzen. Bedacht werden müs­sen, dass es nicht wünschenswert sei, dass sich Eltern und Kinder durch die lange Zeit, die sie nicht zusammen verbringen, entfrem­den. Seitens des Kreises, ergänzte die Jugendamtsmitarbeiterin, be­stünden schon flexible Betreuung­sangebote, sodass auf Schicht­oder Nachtdienste von Eltern rea­giert werden könne. Für die Agen­tur für Arbeit sagte Elke Behm, dass es für Modellprojekte eine fi­nanzielle Hilfe geben könne. Im Vergleich mit anderen Regionen sei Rügen noch ein weißer Fleck.
Wie mit flexibler Arbeitszeit und Eingliederungshilfen nach der Elternzeit in der Sparkasse Rügen und im IT-College Putbus ein familienfreundliches Klima er­zeugt wird, erläuterten Anja Bartel und Günther Schrader. Die Spar­kassenmitarbeiterin sagte, dass eine „Wunscherfüllung um jeden Preis" nicht zu realisieren sei.
Für den Landkreis unterstrich Ulrike Lucas, Stellvertreterin von Landrätin Kerstin Kassner, dass der Kreis familienfreundliche Pro­jekte unterstütze. Ideen dafür müssten aber aus der Bevölkerung kommen. Auf Rügen gebe es schon einige Projekt wie beispiels­weise in Glowe oder Putbus. Auch das Nachbarschaftszentrum in Bergen gehöre in diese Reihe. Da­rin kämen alle Generationen zuei­nander. Insgesamt gesehen hin­ken Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich mit anderen Bundes­ländern hinterher.                  TRI