
Partner, wie der Hotel- und Gaststättenverband, eine Wohnungsbaugesellschaft, der Seniorenbeirat und die Sparkasse Rügen stellen das Bündnis auf eine breite Basis. „Über 20 Verbände und Vereine konnten wir schon für unsere Idee gewinnen, Rügen für Einheimische als auch für Urlauber familienfreundlicher zu gestalten“, sagte Mitbegründerin Christine Wenmakers gestern auf der Tagung „Familie stärken – Zukunft sichern“ in Schwerin. Besonders stolz sind die Insulaner auf das Pilotprojekt „Balance“. Seit Herbst vergangenen Jahres wissen Eltern, die in der Tourismusbranche arbeiten, ihre Kinder auch außerhalb der üblichen Kita-Schließzeiten gut aufgehoben. „In Sassnitz, Binz und Bergen ermöglichen wir eine Kinderbetreuung von 17 bis 21 Uhr, auch an den Wochenenden“, berichtet Wenmakers. Die Räume werden von den Kita-Trägern vor Ort kostenlos zur Verfügung gestellt.
Mittlerweile hat das Bündnis von der Insel viele Nachahmer im Land gefunden. In Demmin, Greifswald, Neubrandenburg, Rostock, Parchim und im Raum Westmecklenburg bemühen sich engagierte Bürger um mehr Familienfreundlichkeit.
Auch Parchim (Landkreis Uecker-Randow) will sich für Familien stark machen. Die Gründungsinitiative Parchimer Region plant unter anderem einen Wegweiser für Familien in drei Teilen, entsprechend des Alters der Kinder. So wird für Eltern mit Baby derzeit über ein Starterpaket samt so genannter Windeltonne nachgedacht. „Die Idee ist, jungen Familien für ein Jahr kostenlos eine Abfalltonne für Windeln zur Verfügung zu stellen“, erklärt Karin Gruhlke, Leiterin des Parchimer Jugend- und Familienzentrums.
Jan Schröder vom Berliner Servicebüro Lokale Bündnisse für Familie zeigte
sich überzeugt vom Erfolg der Projekte. „Mecklenburg-Vorpommern ist ein
besonderes Pflaster. Die Bündnisfamilie zeichnet sich durch ein hohes
bürgerschaftliches Engagement aus“, sagte er. Am Rande der Tagung
unterzeichneten das Servicebüro und der Städte- und Gemeindetag eine
Kooperationsvereinbarung zum landesweiten Ausbau der Initiative. „Wir wollen
unseren Teil dazu beitragen, dass junge Familien wieder gern im Land bleiben“,
erklärte Michael Thomalla, Geschäftsführer des Städte- und Gemeindetages.
SIMONE HAMANN